Tag 2!

Der UnruhR-Donnerstag beginnt schon etwas früher: Tamo Gvenetadze bringt alle Interessierten schon um 9.30 mit einem Barre-Workout ins Schwitzen. Josefine Habermehl fällt im heutigen unruhrigen Podcast dann auf, dass die drei Gruppen vom Schauspiel Essen und vom Schauspiel Duisburg einen persönlichen Zugang in ihren Arbeiten suchen – was gar nicht mal so leicht ist. Zur Entspannung und Vorbereitung leitet Susanne Scheffler dann anschließend die erste Meditation des Festivals an. Übers ganze Ruhrgebiet verteilt sitzen also ein paar Menschen zusammen und konzentrieren sich ganz gelassen auf das Hier und Jetzt.

Mittags kommen wir dann per Instagram zusammen: Sarah Jasinszczak und Bernhard Deutsch sind heute die Köch*innen bei Pixel+Pasta und kochen in ihren wirklich schrecklich schmutzigen Küchen. Das indonesische Gericht Gado Gado gelingt den beiden so gut, dass am Ende sogar das Tanzbein geschwungen wird.

Wenn wir schon mal auf Instagram sind, scrollen wir gleich weiter zum Profil von zentrale.voll_laestig: Die interaktive Instagram-Inszenierung der Gruppe UnruhRgebiet erzählt mit Posts, Stories und Captions die Geschichte einiger Bochumer Jugendlicher, die auch noch über den Main-Account heraus reicht. Da nochmal reinzuschauen, lohnt sich auf jeden Fall!

Um 13.00 verschwinden die Teilnehmer*innen in ihren Workshops: Beim Pixel-Chor wurde gegroovt, getanzt, getobt, improvisiert, sich locker gemacht und natürlich auch gesungen. Die App Band-Lab macht chorisches Singen zum Glück möglich! Was in den anderen Workshops passierte, werden wir in den kommenden Tagen erfahren.

Pünktlich um 17.00 beginnt dann erste Stück des Tages: „reality check“ ist ein digitales Wahrnehmungsspiel von den Positronen des Schauspiels Essen. Sie erzählen davon, wie es in ihrer Welt sein könnte (oder sollte?) und reflektieren feinfühlig über sich und die Zukunft. Trotz Zoom schaffen es die Jugendlichen durch ihre sehr persönlichen Themen eine berührende Atmosphäre herzustellen, die die eine oder andere Träne auslöst. Den Positronen kann man zum Mut so viel Verletzlichkeit zu zeigen nur gratulieren.

Nach einer kleinen Pause geht es dann weiter mit „Bau.Steine.Scherben“ vom Jugendclub „Spieltrieb“ aus Duisburg: Das Youtube-Video besteht aus acht Fenstern, durch die man in die Lebenswelten acht sehr unterschiedlicher Charakteren schauen kann. Immer wieder nähern die Figuren sich an, um doch wieder in heftige Konflikte zu geraten: Das hochemotionale Spiel hat das Publikum beeindruckt: V.a. mit dem Wissen, dass das Video in einem Take aufgenommen wurde, dass die Jugendlichen also 40 Minuten am Stück vor Zoom performt haben!

Im Nachgespräch herrscht dann erneut gute Stimmung: Die Teilnehmer*innen tauschen sich rege aus und loben sich gegenseitig für ihre tollen Arbeiten!

Bei „Kontaktversuchungen meets Kunstaustausch“ vom Schauspiel Duisburg waren zwar zunächst wieder alle zusammen in einem Zoom-Raum, nacheinander bekam jedoch jede*r mal die Chance auf eine 1-zu-1-Begegnung mit einer Künstlerin oder einem Künstler. Nach deren kurzer Performance war man dann auch selbst an der Reihe, etwas darzubieten.  (So wurde z.B. einmal das gefühlvolle Vorsingen eines Songs gegen die abenteuerliche Erzählung über ein musikalisch begabtes Kuscheltier getauscht.) Im Hauptraum tauschte das Publikum unterdessen eigene Geschichten aus, z.B. darüber, auf welchen ungewöhnlichen Wegen die Teilnehmer*innen schon neue Freundschaften geschlossen haben. (Es scheint eine gute Idee zu sein, Flachwitze zu erzählen, wenn man sich gerade von einer Narkose erholt, wer hätte das gedacht!)

Beim abendlichen Ausklang auf Discord hatte man zwei sehr friedliche Alternativen: Im Pixel-Konzert luden heute Athina Kontou und Conni Trieder mit Musik und Gedichten zum Entspannen ein. In Sarah Kranenpoots Stücke Ecke wurde gemeinsam das Stück „Time out“ von Christina Kettering vorgelesen. Dass man in digitalen Räumen manchmal dazu neigt anderen ins Wort zu fallen, erwies sich hier als glücklicher Zufall, da einige stimmungsvolle, chorische Momente entstanden.

Fun Fact: Noch während dieser Text gegen 1.30 Uhr zu Ende geschrieben wird, sind im Stücke-Ecke-Pixel noch elf Teilnehmer*innen zusammen online! Diesen und allen anderen wünschen wir jetzt erstmal eine gute Nacht!

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