Tag 1: Hurra! Jippie! Heureka!

Das UnruhR-Festival hat nach monatelanger Vorbereitung endlich begonnen! Nachdem am Vormittag schon der unruhrige Podcast Lust auf das Abendprogramm machte, trudelten am Nachmittag immer mehr Teilnehmer*innen des Festivals auf dem Server ein und schauten sich um: Nach und nach wurden die zahlreichen Räume freigeschaltet, in denen die Eröffnungsreden gehalten wurden.

Julia Wissert und Andreas Gruhn vom Schauspiel Dortmund begrüßen die Teilnehmer*innen in ihrem Youtube-Video und wünschen allen ganz fantastische Erfahrungen im Digitalen! (Mit der Hoffnung sich irgendwann auch im tatsächlichen Theaterfoyer begegnen zu können.) Gastgeber des diesjährigen Festivals ist das Theater Dortmund, in dessen Namen uns anschließend auch Sarah Jasinszscak, Lioba Sombetzki und Linda Thaller begrüßen. Bernhard Deutsch vom Theater an der Ruhr erinnert dann an die Anfänge des UnruhR Festivals, das es schon seit 2002 gibt! Nikola Schellmann vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum erzählt in ihrer Rede von der Vernetzung von Theatern und Theatermenschen und berichtet davon wie schwierig das manchmal sein kann: Die UnruhR-Theatermenschen beschäftigen sich damit jedoch nicht lange theoretisch sondern machen es einfach – was sie sehr bewundert. Mit allen denkbaren Masken und Filtern ausgestattet sieht  Produktionsleiterin Josephine Raschke es ebenso positiv: Wir alle haben gelernt gut digital (zusammen) zu arbeiten. 

Anschließend spricht sie dann mit Lea Sehlke und Knut Kolckmann von der Gruppe UnruhRgebiet. Die beiden erzählen uns, wie man sich für ein digitales Festival am besten vorbereitet: Man braucht Snacks und sollte auch Pausen vom Bildschirm einplanen. Am besten schaut man auch vorher mal ins Programm und entscheidet, woran man teilnehmen möchte. Es lohnt sich auf jeden Fall die vielen Arten zum Connecten auszuprobieren: Bei Gathertown, den Zoom-Ins und der Discord-WG-Küche ist für jede*n was dabei. Für ein anfassbares Gemeinschaftsgefühl sorgen auch die Festivalbeutel, deren Waldmeister-Durstlöscher ein grüner Farbtupfer sind und den ein oder anderen Zuckerschock auslösen. Hilfe bei Problemen jeglicher Art gibt es auch im Festivalbüro bei Discord.

Um mal ins persönliche Gespräch zu kommen, folgt eine Runde Speeddating: Von ein oder zwei Personen erfährt man, wie sie sich auf das Festival vorbereitet haben, was sie so richtig zum Lachen bringt und was sie im letzten Jahr gelernt haben. Anschließend folgen Vorstellungsrunden: Das Digital Team und die Theaterpädagog*innen stellen sich selbst und die vielen Punkte des Rahmenprogramms vor. Zum Schluss erzählen noch die Workshopleiter*innen worum es in ihren Pixel Pieces in den kommenden Tagen gehen wird.

Um 19.00 startete dann im Zoom-Raum das erste Stück! „Idomeneus“ wurde vom KJT-Jugendclub aus Dortmund erarbeitet und ist eine interaktive Installation. Mit dem Zoom-Raum wandern wir zunächst durch die Ausstellungsräume im Dortmunder U, um assoziativ die Geschichte von Idomeneus zu erfahren. Danach wird es interaktiver: Mit Umfragen, Breakout-Sessions und einem Livepad werden verschiedenste Mittel benutzt um sich mit Fragen zu Erinnerungen, Emotionen, Geburt und Opfer zu beschäftigen. Trotz der kurzen Zeit ergab sich so eine beeindruckende Vielzahl an erzeugten Stimmungen.

 Anschließend ging es dann rüber zu YouTube: Bei „Das (neue) Drama!“ vom Labor I des Theaters an der Ruhr treffen sich unterschiedliche Figuren der Dramengeschichte. Julia ist neuerdings mit Ferdinand statt Romeo unterwegs und das sonst so schläfrige Dornröschen schwang sich Estragon (aus „Warten auf Godot“) gegenüber dann zur Motivatorin auf. Das Aufeinandertreffen der sich so fremden Figuren war spannend zu beobachten: Pandemiebedingt musste die Arbeit leider mit einem Cliffhanger enden. Laut dem Discord-Chat können sich die Jugendlichen vom Labor I aber sicher sein eine Menge interessiertes Publikum für die Fortsetzung zu haben.

Laura Zielinski moderierte dann das lebhafte Nachgespräch: Die Jugendlichen berichteten von den pandemiebedingten Herausforderungen der Probenarbeit und gaben sich gegenseitig Feedback. (Manchen konnte dann auch endlich erklärt werden, was es denn mit diesem ‚Woodstock‘ auf sich hat.) Die Stimmung war so gut, dass das Gespräch noch länger ging als geplant.

Nach ein paar Tonschwierigkeiten klang der erste Abend gemütlich mit einem Konzert von Finck von Finckenstein im Festivalzentrum aus. Alles in allem kann man nur von einem sehr gut gelungenem ersten Festivaltag sprechen – auf dass die kommenden Tage mindestens genau so fantastisch sein werden!

Hashtags des Tages:
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Idomeneus
Ein (neues) Drama