Nachwort auf Samstag

Hallo ihr Lieben,

auf ein letztes mal. Besser spät als nie. Der letzte Festivaltag begann wie die Tage zuvor mit dem letzten Teil des Clownerie-Workshops „Ein Clown ist ein Clown“ mit Hendrik Becker und dem unruhigen Live-Bewegungsworkshop, indem die Teilnehmer*innen von Marlene Helling im Gaga-Bewegungsvokabular angeleitet wurden. Danach trafen sich die Szenischen Schreiber*innen ein letztes Mal mit Clemens Mädgen. Auch die Schauspielerin Silvia Weiskopf war mit dabei, um die vielen eingereichten Szenen zu besprechen und darüber zu beraten wie daran weitergearbeitet werden könnte. Die Szenenskizzen der Teilnehmer*innen, sowie die Ergebnisse der kollektiven Schreibübungen wurden im Anschluss auf Instagram live von Mädgen und Weiskopf vorgetragen und digital per Emoji und GIF lautstark beklatscht.

Nach der Mittagspause wurden wir über Telegram Zeug*innen einer Zombie-Apokalypse, die Dank einer mutigen Gruppe Widerständiger vom Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel und der Hilfe anderer Teilnehmer*innen unter Kontrolle gebracht werden konnte. Mit virtuellen Waffen und Geschrei via Sticker wurden die Zombies bei „Beyond freedom and captivity“ in die Flucht geschlagen.

Im anschließenden Open Space wurde sich der Reflektion des Festivals und der Zukunft des Jungen Theaters in einer Zoom-Session gewidmet. In kleinen Runden tauschte sich die Gruppe zunächst über die Erfahrungen im diesjährigen UnruhR 2020 goes digital aus – Was hat funktioniert? Was nicht? Was verändert sich im digitalen Raum beim Zuschauen und beim angeschaut werden? Welche digitalen Formate sollten weitergeführt werden? Hat sich ein Verständnis von Theater im Laufe des Festivals verändert/erweitert? In der zweiten Runde haben sich die Jugendlichen über Mitbestimmung an den jeweiligen Theatern ausgetauscht. Dabei wurde deutlich wie unterschiedlich die Jugendclubarbeit an den Theatern aussieht und wie unterschiedlich auch der Stellenwert der Jugendclub-Produktionen in verschiedenen Theatern ist.

Die digitale Premiere der Rattenkinder vom Spieltrieb – Theater Duisburg wurde von Videotagebuch-Clips begleitet die die Aufführung rahmten. In dem Stück rebellieren Kinder und Jugendliche gegen die Elterngeneration und die Gesellschaft in die sie hineingeboren sind. Gemeinsam gründen sie ein geheimes Dorf, doch das scheint nicht die Lösung ihrer Probleme zu sein…

Zum Abschied wurden „Rattenkinder“ und „Beyond freedom and captivity“ im Nachgesprächsformat Zoom-In diskutiert und die Gedanken nach diesem (fast) letzten Programmpunkt nochmal in einem gemeinsamen Online-Dokument gesammelt, hier ein paar Auszüge:

Bei der live-Lesung ganz analoge Gänsehaut bekommen

Was ich mir gewünscht hätte… Mehr Zeit um einfach nur abzuhängen und größere Pausen wo man sich kennenlernen kann 🙂

Ich würde mich freuen nächstes Jahr wieder dabei zu sein und dass das nächste Festival diese digitale Welt und Erfahrung nicht einfach wieder vergisst, sondern etwas davon für das nächste Jahr mitnimmt

Ich freu mich mega auf die Party und mach gleich die Disko Beleuchtung an!!!

Zum Abschluss legte Klara Kopf (dille:tanten, female DJ Kollektiv) bei „Queerantäne ausm Keller“ in der Oval Office Bar einige Hits aus der gemeinsamen Festival Playlist auf. Die Teilnehmer*innen tanzten together apart via Videokonferenz in die letzte gemeinsame Festivalnacht. Tschüssi Leute, bis nächstes Jahr!